Stufe 2 · Java · läuft in Ihrem Netz

Der Verarbeitungsserver: E-Rechnungen erzeugen und mit dem KoSIT-Validator prüfen, im eigenen Haus

Der Verarbeitungsserver macht aus den Rohdaten, die das SAP-Add-on liefert, die fertige E-Rechnung. Er übersetzt die SAP-Werte in die Felder der Norm EN 16931, erzeugt XRechnung, ZUGFeRD oder Peppol BIS, prüft die Rechnung mit dem offiziellen KoSIT-Validator, erzeugt das PDF und stellt sie zu.

Auf einen Blick

Drei Dinge machen ihn besonders. Er läuft in Ihrem Netz und schickt Ihre Daten an keinen fremden Dienst. Der KoSIT-Validator läuft im selben Programm, ohne eigenen Prozess daneben. Und neue Formatfassungen und Prüfregeln kommen als Paket, das Sie einspielen, ohne Ihr SAP anzufassen.


Rechnungsformate ändern sich jedes Jahr. Ihr SAP soll dabei stillhalten.

XRechnung, ZUGFeRD und Peppol bekommen regelmäßig neue Fassungen und neue Prüfregeln. Allein von ZUGFeRD 2.5 auf 2.5.2 kamen 50 Regeln hinzu, und XRechnung 4.0 wird für 2027 erwartet. Wer das in ABAP nachbaut, ändert sein SAP-System im Takt der Formate.

Das offizielle Prüfwerkzeug der KoSIT ist zudem ein Java-Programm, das in SAP nicht läuft. Und ein Dienst im Internet, der das alles übernimmt, bekommt Ihre Rechnungsdaten. Der Verarbeitungsserver löst alle drei Punkte: Er trägt die Fachlichkeit, er ist selbst ein Java-Programm, und er steht bei Ihnen.


Was der Server mit jedem Beleg tut

  • Annehmen

    Er nimmt Belege nur von Ihrem SAP-System an, das sich mit einem Zertifikat ausweist, und prüft das Übergabe-XML auf Vollständigkeit.

  • Übersetzen

    Er wertet den Regelteil des Mappings aus, schlägt in den Wertetabellen nach und bildet alle Felder der Rechnung. Jede verwendete Wertetabelle wird mit ihrer Version vermerkt.

  • Konditionen anwenden

    Er wählt den Regelsatz für Ihre Konditionen und bildet Preise, Zu- und Abschläge so, wie Sie es festgelegt haben.

  • Rechnen und prüfen

    Er bildet die Summen und prüft die Rechenregeln der Norm. Eine Abweichung ist ein Befund und wird nicht still ausgeglichen.

  • Format erzeugen

    XRechnung in UBL oder CII, ZUGFeRD, Factur-X oder Peppol BIS. Spezifikation und Prozesskennung setzt er passend zum Zielformat.

  • Mit dem KoSIT-Validator prüfen

    Gegen den eingestellten Regelstand. Besteht die Rechnung nicht, wird sie nicht versendet, und der Befund geht in Klartext zurück nach SAP.

  • Sichtbild erzeugen

    Das PDF entsteht aus demselben XML, das versendet wird, und kann deshalb nicht davon abweichen. Beilagen aus dem Archiv werden angehängt, bei ZUGFeRD wird das XML eingebettet.

  • Zustellen und zurückmelden

    Bei Peppol über den Zugangspunkt Ihres Anbieters. Das Ergebnis geht an SAP und wird erst gelöscht, wenn SAP es im Archiv abgelegt hat.


Was den Verarbeitungsserver besonders macht

Der KoSIT-Validator läuft im selben Programm

Der Server ist in Java geschrieben, wie das offizielle Prüfwerkzeug der KoSIT. Er bindet es als Bibliothek ein, statt es für jede Rechnung als eigenes Programm zu starten. Das spart Zeit je Rechnung und einen Dienst, den Sie sonst daneben betreiben müssten.

Was Sie davon haben: Jede Rechnung ist mit dem offiziellen Prüfwerkzeug der KoSIT geprüft, bevor sie Ihr Haus verlässt.

Mehrere Regelstände nebeneinander

Der Server hält mehrere Regelstände vor und nennt in jedem Prüfbericht, gegen welchen er geprüft hat. Lehnt ein Empfänger eine Rechnung ab, prüfen Sie sie gegen den Stand, den der Empfänger vermutlich verwendet.

Was Sie davon haben: Sie unterscheiden einen echten Fehler in der Rechnung von einem Empfänger, der einen anderen Regelstand fährt.

Jede Rechnung lässt sich erklären

Zu jedem Vorgang hält der Server fest, mit welcher Mapping-Version, welchen Wertetabellen in welcher Version und welchem Regelstand die Rechnung entstand. In SAP steht dasselbe am Beleg.

Was Sie davon haben: Auch nach einem Jahr können Sie belegen, warum eine Rechnung so aussah.

Hilfe, ohne dass jemand in Ihre Daten sieht

Im Fehlerfall erzeugt der Server auf Knopfdruck ein Diagnosepaket. Namen, Anschriften, Bankverbindungen und Mailadressen sind darin durch Platzhalter ersetzt, und Sie entscheiden, ob Sie es weitergeben.

Was Sie davon haben: Unterstützung im Fehlerfall, ohne dass Rechnungsdaten Ihr Haus verlassen.


So betreiben Sie den Server

Als Container

Der Regelfall: ein Abbild mit allem, was der Server braucht, für Docker, Podman oder Kubernetes.

Als Java-Dienst

Für Häuser ohne Container-Betrieb: ein Java-Programm, das als Dienst unter Windows oder Linux läuft.

In Ihrer Cloud

In einer virtuellen Maschine in Azure oder AWS, die Sie betreiben, oder in Ihrem eigenen SAP-BTP-Konto.

Als Richtwert genügen zwei Prozessorkerne und vier Gigabyte Arbeitsspeicher für einige zehntausend Belege im Jahr. Die Lizenz ist eine signierte Datei, die ohne Netz geprüft wird; läuft sie ab, versendet der Server dreißig Tage lang weiter und warnt, damit Ihr Rechnungsausgang nie über Nacht stillsteht.


Bausteine aus der offenen Java-Welt der E-Rechnung

Bibliotheken des Verarbeitungsservers
AufgabeBausteinLizenz
Prüfungoffizieller KoSIT-Validator, als Bibliothek eingebundenApache 2.0
ZUGFeRD, Factur-X, XRechnung in CIIMustangprojectApache 2.0
XRechnung in UBL, Peppol BISph-ubl (vorgesehen)Apache 2.0
Ausführung der PrüfregelnSaxon-HEMPL 2.0
Sichtbild als PDFXSLT-Visualisierung mit Apache FOPApache 2.0
PDF/A-3 und BeilagenApache PDFBoxApache 2.0
LaufzeitJava 21, als Rahmen ist Spring Boot vorgesehenGPL mit Classpath-Ausnahme (OpenJDK), Apache 2.0

Zustellung: Peppol über Ihren Anbieter, Mail über Ihr SAP

  • Peppol

    Einen Peppol-Zugangspunkt darf nur betreiben, wer bei OpenPeppol zugelassen ist. Sie wählen deshalb einen Anbieter, und der Server übergibt ihm die fertige Rechnung über dessen Schnittstelle. Zustellmeldungen holt er dort ab und gibt sie an SAP weiter.

  • Mail

    Die Mail versendet Ihr SAP über SAPconnect, mit Ihren SO10-Texten. Der Server liefert dafür XML und PDF.

  • Portale

    Für Portale öffentlicher Auftraggeber ohne Peppol legt der Server die Rechnung in einem Ausgangsverzeichnis ab.


Mehr zum Verarbeitungsserver

Formate und Prüfung

Welche Zielformate entstehen, wie geprüft wird und wie das Sichtbild entsteht. Zu Formate und Prüfung →

Wertetabellen und Konditionen

Wie Rechnungsart, Zahlungsart, Steuer und Konditionen aus SAP-Schlüsseln entstehen. Zu den Wertetabellen →

Kennungsprüfung

Leitweg-ID, Umsatzsteuer-ID, GLN und Peppol-Kennung prüfen, bevor die erste Rechnung entsteht. Zur Kennungsprüfung →


2

Prozessorkerne und vier Gigabyte Arbeitsspeicher genügen als Richtwert für einige zehntausend Belege im Jahr.

0

eingehende Verbindungen aus dem Internet braucht der Server.

30

Tage versendet der Server nach Ablauf der Lizenz weiter, damit der Rechnungsausgang nie plötzlich stillsteht.

5

Zielformate: XRechnung in UBL und CII, ZUGFeRD, Factur-X und Peppol BIS.


Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Nein. Der Server läuft in Ihrem Netz, auf eigener Hardware, in einer virtuellen Maschine, die Sie betreiben, oder in Ihrem SAP-BTP-Konto. Wir betreiben nichts, über das Ihre Rechnungen laufen.

Für den Betrieb nicht. Der Server wird als fertiges Container-Abbild oder als Dienst geliefert und über eine Verwaltungsoberfläche bedient. Java-Kenntnisse braucht nur, wer selbst daran entwickeln will.

Als signiertes Regelstand-Paket. Der Server kann es selbst abholen; erlaubt Ihr Netz das nicht, spielen Sie es über die Verwaltungsoberfläche ein. Vor der Freigabe laufen die Testfälle des Pakets, und ab einem Stichtag gilt der neue Stand.

Den Peppol-Zugang schließen Sie mit einem Anbieter Ihrer Wahl ab; seine Kosten sind nicht im Abonnement enthalten. Der Server bindet den Anbieter an.

Nein. Der Server ist ein eigenständiges Produkt und steht in keiner Verbindung zur KoSIT. Er verwendet aber unverändert das offizielle Prüfwerkzeug, das die KoSIT für XRechnung bereitstellt.


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Ich zeige Ihnen den Weg einer Ihrer Belegarten vom Übergabe-XML bis zum Prüfbericht.