Stufe 2 · Wertetabellen · Konditionen

Wertetabellen für die E-Rechnung aus SAP: Rechnungsart, Zahlungsart und Konditionen ohne Programmierung

Vieles, was auf einer E-Rechnung steht, gibt es in SAP gar nicht. Die Rechnungsart, die Zahlungsart nach der Norm oder die Steuerkategorie werden aus SAP-Schlüsseln abgeleitet: aus der Fakturaart, dem Zahlweg, dem Steuerkennzeichen. Diese Übersetzungen stehen in Wertetabellen auf dem Verarbeitungsserver, und alle Mappings verwenden sie gemeinsam.

Auf einen Blick

Drei Dinge machen das besonders. Eine Übersetzung wird einmal gepflegt und gilt für alle Belegarten. Jeder Code wird beim Pflegen gegen die Codelisten der Norm geprüft. Und welche Konditionen auf der Rechnung erscheinen, legen Sie je Verkaufsorganisation, Fakturaart und Kalkulationsschema fest.


Ihre Kunden wollen eine Summe je Position, SAP liefert ein Dutzend Konditionen

An einer Fakturaposition hängen oft zwölf Konditionen: Grundpreis, mehrere Rabatte, Frachtzuschlag, Skontobasis, Kalkulationshilfen. Werden sie ungefiltert in die E-Rechnung übernommen, sieht der Empfänger Zeilen, die er nie sehen sollte, und manche Rechnung wird unübersichtlich. Die meisten Kunden wollen etwas anderes: je Position einen Preis, einige Rabatte zu einer Zeile zusammengefasst und Stücklisten als eine Zeile.

Ähnlich geht es mit der Rechnungsart und der Zahlungsart. Ihre eigene Korrekturrechnung soll als Korrekturrechnung hinausgehen, Ihr Zahlweg „U“ als Überweisung. In einer Eigenentwicklung steht so etwas als Fallunterscheidung in jedem einzelnen Programm, und jede neue Fakturaart muss überall nachgezogen werden.


So funktioniert eine Wertetabelle

Eine Wertetabelle hat Schlüsselspalten aus SAP, etwa Vertriebsbelegtyp, Fakturatyp und Fakturaart, und Ergebnisspalten nach der Norm, etwa die Rechnungsart. Ein leerer Schlüssel bedeutet „gilt für alle“. Passen mehrere Zeilen, gewinnt die genaueste. Das ist dieselbe Regel, die Sie aus dem Customizing des SAP-Add-ons kennen.

Ausschnitt aus der Wertetabelle für die Rechnungsart in SD
VertriebsbelegtypFakturaartFakturaplanartRechnungsart
M Rechnung380 Rechnung
O Gutschrift381 Gutschrift
Ihre Korrekturrechnung384 Korrigierte Rechnung
M RechnungTeilfakturierung326 Teilrechnung
M RechnungSchluss Bauleistung877 Schlussrechnung Bauleistung

Was Sie davon haben: Eine neue Fakturaart ist eine neue Zeile. Die Mappings müssen Sie dafür nicht anfassen.


Der Beleg führt: die Rangfolge für jede Angabe

  • 1. Was im Beleg steht

    Ein Zahlweg im Beleg wird über die Wertetabelle übersetzt, eine Hausbank im Beleg wird genommen.

  • 2. Was beim Partner abweichend gepflegt ist

    Steht im Beleg nichts, gilt der Eintrag beim Partner in SAP, etwa eine feste Zahlungsart für einen Kunden.

  • 3. Die Vorgabe

    Sonst gilt die Vorgabe je Buchungskreis und Organisation aus dem Customizing des Add-ons.

  • 4. Die Regel im Mapping

    Erst danach greift die Regel im Mapping. Bleibt ein Pflichtwert leer, wird nicht geraten, sondern ein Befund gemeldet.


Die mitgelieferten Wertetabellen

Mit dem Mapping-Paket kommen elf Wertetabellen, deren Zeilen den SAP-Standard abdecken. Sie ergänzen sie um die Schlüssel Ihres Hauses und können eigene Wertetabellen für eigene Mappings anlegen.

Mitgelieferte Wertetabellen
Wertetabelleübersetztin
Rechnungsart SDVertriebsbelegtyp, Fakturatyp, Fakturaart, FakturaplanartRechnungsart
Rechnungsart FIBelegart, Soll oder HabenRechnungsart
Rechnungsart EinkaufTransaktion, Belegart, Rechnung oder GutschriftRechnungsart, etwa 389 und 261 im Gutschriftsverfahren
Rechnungsart Settlement ManagementBelegtyp, AbrechnungsartRechnungsart
ZahlungsartLand und ZahlwegZahlungsart nach der Norm und ihr Text
SteuerBuchungskreis, Steuerkennzeichen, SpracheSteuerkategorie, Befreiungsgrund und -text
Regelsatz KonditionenBuchungskreis, Verkaufsorganisation, Fakturaart, KalkulationsschemaEinstellungen für die Darstellung
KonditionsartenRegelsatz, KonditionsartBehandlung und Gruppe
GruppenGruppe, SpracheText und Grundcode einer Zeile
MengeneinheitenMengeneinheitCode nach UN/ECE Rec 20, nur Ausnahmen
LänderLandCode nach ISO 3166, nur Ausnahmen

Konditionen: Sie bestimmen, was auf der Rechnung steht

Für die Konditionen wählen Sie einen Regelsatz je Buchungskreis, Verkaufsorganisation, Fakturaart und Kalkulationsschema. Im Regelsatz legen Sie fest, ob eine Position einzeln mit Zu- und Abschlägen oder nur mit einem Preis erscheint, ob Unterpositionen in ihre Oberposition eingerechnet werden und welche Positionstypen bei Betrag null entfallen. Dann bekommt jede Konditionsart eine Behandlung.

In den Preis einrechnen

Die Kondition steckt im Nettopreis der Position. Der Empfänger sieht einen Preis, in dem der Rabatt schon enthalten ist.

Als Zu- oder Abschlag zeigen

Die Kondition erscheint als eigene Zeile an der Position oder, summiert, im Kopf der Rechnung. Mehrere Konditionsarten fassen Sie zu einer Gruppe mit einem Text zusammen.

Nicht ausgeben

Kalkulationshilfen und interne Werte erscheinen gar nicht. Statistische und inaktive Konditionen filtert schon das Add-on.

Was Sie davon haben: Die Rechnung zeigt, was Ihr Kunde erwartet. Zum Schluss prüft der Server, ob Menge mal Preis minus Abschläge plus Zuschläge wieder den Positionswert ergibt; eine Abweichung wird gemeldet und nicht still ausgeglichen.


Das Value Table Studio mit dem Condition Mapper

Gepflegt werden die Wertetabellen mit dem Value Table Studio, einem Werkzeug, das ohne Installation in Ihrem Browser läuft. Es ist in Arbeit und folgt demselben Design wie das Mapping Studio.

  • Aus SAP vorbelegen

    Sie lesen einen Tabellenauszug aus SE16 ein, etwa die Fakturaarten, die Zahlwege oder die Konditionsarten, und das Studio schlägt für jeden Schlüssel eine Zeile vor.

  • Codes prüfen

    Jeder Ergebniswert wird gegen die Codeliste der Norm und gegen Ihre Zielformate geprüft.

  • An echten Belegen testen

    Sie laden Übergabe-XMLs Ihrer Belege und sehen für jeden, welche Zeile greift und warum.

  • Konditionen zuordnen

    Der Condition Mapper zeigt alle Konditionsarten Ihrer Fakturen mit Anzahl und Summe. Behandlung und Gruppe ordnen Sie per Klick zu, und Sie sehen jede Position vorher und nachher.


Freigabe, Nachweis und eine klare Grenze

Vier Augen vor jeder Änderung

Ein Entwurf wird auf dem Server hochgeladen und gegen die letzten Belege durchgespielt. Eine zweite Person sieht, bei welchen Belegen sich ein Feld ändern würde, und gibt die neue Version mit einem Stichtag frei. Die alte Version bleibt erhalten.

Jeder Beleg nennt seine Versionen

Der Server meldet zu jeder Rechnung, welche Wertetabellen in welcher Version verwendet wurden, und SAP vermerkt das am Beleg.

Keine Partnerdaten auf dem Server

Eine Wertetabelle darf keinen Debitor oder Kreditor als Schlüssel haben. Was für einen einzelnen Partner abweicht, pflegt Ihre Fachabteilung in SAP im Empfängerprofil. So bleibt jede Angabe an einer Stelle, und die Wertetabellen enthalten keine personenbezogenen Daten.


Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Weil sie übersetzen und nicht steuern. Ob ein Code gilt, hängt vom Zielformat ab, und das kennt der Server. Außerdem lassen sich Übersetzungen dort vor der Freigabe an echten Belegen testen.

Nein. Eine neue Version einer Wertetabelle wird auf dem Server freigegeben. Was einzelne Partner betrifft, pflegt die Fachabteilung ohnehin direkt in SAP.

Dann greift die Regel im Mapping, zum Beispiel „Vertriebsbelegtyp Gutschrift ergibt 381“. Fehlt auch die, meldet der Server einen Befund.

Ja, für eigene Mappings, etwa für eine kundeneigene Einteilung von Positionen. Sie verhalten sich wie die mitgelieferten.


Wie sehen die Konditionen auf Ihren Rechnungen heute aus?

Schicken Sie mir ein Beispiel, und ich zeige Ihnen, wie ein Regelsatz dafür aussähe.