Das Konzept

Sieben Entscheidungen, die alles Weitere festlegen.

Eine Anbindung wird nicht dadurch gut, dass sie funktioniert, sondern dadurch, dass sie an den richtigen Stellen getrennt ist. Diese sieben Entscheidungen bestimmen, was beim Kunden Entwicklung bleibt und was Customizing wird.


Entscheidung 1

Der gebuchte FI-Beleg ist der Anker.

Grundlage jedes Vorgangs ist ein Satz in BKPF. Vorher gibt es nichts zu versenden, danach steht der Beleg fest. Alle Mappings haben deshalb dieselbe Kopfquelle, und das Vorsystem wird von dort aus erreicht — über Herkunftsart und Herkunftsschlüssel in die Faktura, in die Rechnungsprüfung oder direkt in die Belegzeilen.

Der Gewinn: ein Einstiegspunkt, eine Warteschlange, ein Auslöser. Kein Sonderweg je Modul.


Entscheidung 2 und 3

Der Mapper ist dual nutzbar. ABAP liest, die Cloud rechnet.

Wo stehen die Daten?

Zugriffspfade, Wiederholungen, Schlüsselbedingungen. Das liest ABAP.

Was wird daraus?

Regelbaum, Wenn/Dann, Fallunterscheidungen, Umsetzungen. Das rechnet die API.

Damit bleibt der Mapper in beiden Richtungen maßgeblich. Eine neue Quelle, etwa eine weitere Z-Tabelle, ist eine Mapping-Änderung und kein Transport.

Die Trennlinie liegt bewusst nicht bei „ABAP dumm, API klug“, sondern dort, wo sich Dinge ändern: Alles, was die Cloud tut, ändert sich mit Formatversionen, Regelwerken und Rechtsänderungen. Alles, was ABAP tut, ändert sich nur, wenn SAP sich ändert.


Entscheidung 4

Nur SAP-eigene Daten, und die als XML.

Aus SAP gehen Rohsätze im SAP-Format heraus: Datum als 20260827, Beträge mit Soll-Haben-Kennzeichen, Nummern mit führenden Nullen, Codes als Steuerkennzeichen. Keine BT-Nummern, keine Umsetzungen, keine erfundenen Felder.

Das löst die Frage, an der SAP-Anbindungen regelmäßig hängen bleiben: Invoice Type Code und Tax Category existieren in SAP nicht. Sie müssen dort auch nicht existieren, weil die Regel dafür im Mapping steht und in der Cloud ausgewertet wird.

XML statt JSON, weil sXML und iXML auf ECC 7.4 vorhanden und belastbar sind. Die API nimmt beides an; SAP schickt XML.


Entscheidung 5 und 6

Ausschluss statt Erlaubnis. Interpreter statt Codegenerator.

Trash Trash

Keine Positivliste

Es gibt eine E-Rechnungspflicht. Deshalb gibt es keine Tabelle „wer bekommt eine E-Rechnung“, sondern nur eine Liste der Ausnahmen — je Eintrag mit Grund und Gültigkeit, weil das die Begründung in der Verfahrensdokumentation ist.

Nichts fällt still durch

Die Kehrseite ist die eigentliche Anforderung: Ein Beleg ohne passendes Mapping, mit fehlendem Pflichtfeld oder mit Übertragungsfehler muss als Fehler sichtbar sein und jemandem auffallen. Die Warteschlange ist damit der Kern der Nachweisbarkeit.

Cog Cog

Kein Generator

Das ABAP-Konstrukt wertet das Mapping zur Laufzeit aus. Ein Generator würde je Mapping-Änderung Transport, Syntaxprüfung und Entwicklungsberechtigung verlangen. Der Interpreter ist ein einmaliges Add-on, und das Mapping ist Customizing.


Entscheidung 7

ArchiveLink ist Voraussetzung, nicht Zubehör.

Das Add-on setzt mindestens ECC 7.4 mit eingerichtetem ArchiveLink und einem angebundenen Content Repository voraus. Das ist keine technische Formalie, sondern ergibt sich aus drei Anforderungen, die ohne Archiv nicht erfüllbar sind:

Rückläufer archivieren
XML und PDF, die aus der API zurückkommen, sind der Beleg. Sie müssen unveränderbar und am Geschäftsvorfall auffindbar liegen — das ist GoBD, nicht Komfort.
Anhänge beschaffen
Zeitnachweise, Lieferscheine, Zeichnungen liegen im Archiv. Ohne ArchiveLink gibt es keinen definierten Weg, sie zu lesen.
Auffindbarkeit im Alltag
Die Buchhaltung muss im FI-Beleg sehen, was versendet wurde. Ein separater Ablageort daneben wird in der Praxis nicht gepflegt.

Wo kein Archiv vorhanden ist, gehört dessen Einrichtung in das Einführungsprojekt. Der SAP Content Server genügt; fremde Archive sind über dieselbe Schnittstelle angebunden und für das Add-on nicht unterscheidbar.


Wie sieht das in Ihrem System aus?

Die sieben Entscheidungen sind der Rahmen. Wie sie in Ihrem System aussehen, hängt von Ihren Belegarten, Ihren Z-Feldern und Ihrem Archiv ab.